Strahlung im AlltagRadioaktivität einfach erklärt

Radioaktive Stoffe im Mineralwasser: Was steckt in der Flasche?

Veröffentlicht am 13. September 2026

Foto: Brendan Church / Unsplash
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Mineralwasser wirbt mit Reinheit und Mineralien — doch auf dem Weg durchs Gestein nimmt das Wasser nicht nur Kalzium und Magnesium auf. Auch natürliche radioaktive Stoffe wie Radium-226, Radium-228 und Uran lösen sich aus dem Untergrund. Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat Mineralwässer dazu systematisch untersucht.

Wie viel ist drin?

Die Gehalte schwanken je nach Quelle erheblich — abhängig vom Gestein, durch das das Wasser fliesst. Tiefe, mineralstoffreiche Quellen enthalten tendenziell mehr Radionuklide als oberflächennahe. Die gute Nachricht: Für Erwachsene ist der Beitrag zur jährlichen Strahlendosis bei üblichem Konsum gering — er liegt im Bereich weniger Hundertstel Millisievert pro Jahr und damit weit unter den Schwankungen der natürlichen Hintergrundstrahlung. Zur Einordnung: Allein die Nahrung trägt im Durchschnitt rund 0,3 mSv pro Jahr bei, die gesamte natürliche Belastung liegt bei mehreren Millisievert.

Der Sonderfall: Säuglinge

Anders sieht die Rechnung bei Babys aus. Säuglinge trinken im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht sehr viel, und ihr Körper reagiert empfindlicher auf Strahlung. Wird Säuglingsnahrung dauerhaft mit einem radiumreichen Mineralwasser zubereitet, kann die Dosis ein Mehrfaches derjenigen eines Erwachsenen erreichen.

Darum gibt es eine einfache Orientierung: Mineralwässer mit der Kennzeichnung «geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung» müssen strenge Grenzwerte einhalten — unter anderem für Uran und Radium. Eltern, die Fläschchen mit Mineralwasser zubereiten, sollten gezielt zu solchen Produkten greifen. Auch normales Leitungswasser ist in der Schweiz und in Deutschland in aller Regel gut geeignet, da Trinkwasser überwacht wird.

Muss ich mein Mineralwasser wechseln?

Für gesunde Erwachsene: nein. Selbst wer täglich zwei Liter eines mineralstoffreichen Wassers trinkt, bleibt bei einer Zusatzdosis, die neben Radon im Haus, Flugreisen oder auch nur ein paar Paranüssen kaum ins Gewicht fällt. Die Radioaktivität im Mineralwasser ist vor allem eines: ein schönes Beispiel dafür, dass natürliche Strahlung buchstäblich aus jeder Quelle kommt.

Quellen

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