Strahlung live: Wo du aktuelle Messwerte für deinen Wohnort findest

Die Umweltradioaktivität wird in Europa flächendeckend und rund um die Uhr überwacht — und fast alle Daten sind öffentlich. Wer wissen will, wie viel Strahlung gerade vor der eigenen Haustür herrscht, braucht nur die richtigen Karten zu kennen.
Amtliche Messnetze
- Schweiz — NADAM: Die Nationale Alarmzentrale betreibt das Messnetz NADAM mit Sonden im ganzen Land und publiziert die aktuelle Ortsdosisleistung als Karte.
- Deutschland — ODL-Info: Das Bundesamt für Strahlenschutz zeigt auf odlinfo.bfs.de die Werte von rund 1700 Messstationen.
- Europa — EURDEP: Die europäische Übersichtskarte der EU-Kommission bündelt rund 5500 Stationen aus 39 Ländern.
Citizen Science: das inoffizielle Netz
Nach dem Reaktorunfall von Fukushima 2011 entstanden weltweite Messnetze von Privatpersonen: Safecast sammelt Messfahrten von Freiwilligen, uRADMonitor betreibt ein Echtzeit-Sensornetz. Diese Daten sind nicht amtlich geprüft — aber eine spannende Ergänzung und ein gutes Beispiel dafür, dass Strahlenmessung kein Geheimwissen ist.
Was ist eigentlich «normal»?
Die Karten zeigen die Ortsdosisleistung meist in Mikrosievert pro Stunde (µSv/h). Typische Werte:
| Wert | Bedeutung |
|---|---|
| 0,05–0,2 µSv/h | Normalbereich im Flachland |
| 0,2–0,5 µSv/h | Normal in Gebirgsregionen (mehr kosmische Strahlung, uranhaltiges Gestein) |
| kurzzeitig erhöht | Häufig schlicht Regen: Er wäscht natürliche Radon-Zerfallsprodukte aus der Luft |
Schwankungen innerhalb dieser Spannen sind Alltag und kein Alarmsignal. Die Werte in den Bergen sind höher als im Mittelland — wer in Zermatt wohnt, «sammelt» übers Jahr messbar mehr als in Basel, ohne dass sich das gesundheitlich bemerkbar macht. Wie du solche Zahlen einordnest, erklärt der Beitrag Millisievert einfach erklärt.
Quellen
- NADAM — aktuelle Messwerte der Nationalen Alarmzentrale
- ODL-Info (BfS)
- EURDEP — europäische Karte (JRC)