Strahlung im AlltagRadioaktivität einfach erklärt

Vielflieger, Pilotinnen, Flugbegleiter: Wenn Fliegen zur Strahlenquelle wird

Veröffentlicht am 13. September 2026

Foto: Michael Starkie / Unsplash
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Für Gelegenheitsflieger ist kosmische Strahlung ein Kuriosum. Für Menschen, die im Flugzeug arbeiten, ist sie eine messbare Berufsrealität: Flugpersonal gehört zu den beruflich am stärksten strahlenexponierten Berufsgruppen — im Durchschnitt liegt die jährliche Zusatzdosis von Pilotinnen und Kabinenpersonal auf Langstrecken bei etwa 2 bis 5 Millisievert, mehr als bei den meisten Beschäftigten in Röntgenabteilungen.

Wie die Dosis zusammenkommt

Wer 600 bis 900 Blockstunden pro Jahr fliegt, verbringt Wochen am Stück in 10 bis 12 Kilometern Höhe, wo die Dosisleistung rund 100-mal höher ist als am Boden. Besonders auf polnahen Langstrecken summiert sich das: Ein einzelner Flug nach New York bringt rund 0,05 mSv — bei zehn Rotationen pro Monat wird daraus schnell eine relevante Jahresdosis.

Wie Flugpersonal geschützt wird

Fluggesellschaften in Europa sind verpflichtet, die Strahlenexposition ihres Personals zu überwachen und zu dokumentieren — meist rechnerisch anhand von Flugroute, Flughöhe und Sonnenaktivität. Es gelten die Regeln für beruflich strahlenexponierte Personen, in der Schweiz nach der Strahlenschutzverordnung mit einem Grenzwert von 20 mSv pro Jahr. In der Praxis bleiben die Werte deutlich darunter; die Einsatzplanung kann Vielflieger-Crews von besonders exponierten Routen nehmen.

Ein wichtiger Sonderfall ist die Schwangerschaft: Wird eine Pilotin oder Flugbegleiterin schwanger, gelten ab Meldung strenge Dosisgrenzen für das ungeborene Kind. Viele Airlines nehmen Schwangere ganz aus dem Flugdienst oder setzen sie am Boden ein.

Und Vielflieger ohne Uniform?

Wer als Passagier sehr viel fliegt — etwa wöchentlich interkontinental pendelt — kann auf ähnliche Dosen kommen wie das Personal, wird aber von niemandem überwacht. Ein Grund zur Panik ist das nicht: Auch 5 mSv zusätzlich pro Jahr entsprechen etwa der natürlichen Jahresdosis in der Schweiz. Wer es genau wissen will, kann seine persönliche Flugbilanz mit dem Flugdosis-Rechner durchrechnen — Route für Route.

Die Einordnung zum Schluss: Das Lungenkrebsrisiko durch Radon im eigenen Haus ist für die meisten Menschen deutlich relevanter als jede noch so intensive Reisetätigkeit.

Quellen

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